Österreich meldet alarmierende Zahlen: Massiver Anstieg von Produktfälschungen

Von 18. April 2018Produktpiraterie

Die Fälle von Produktpiraterie nehmen weltweit zu. In Österreich ist der Anstieg von Produktfälschungen besonders alarmierend: Die Zahl der beschlagnahmten Produkte ist in 2017 um satte 237 (!) Prozent gestiegen, gab das Finanzministeriums (BMF) in seinem Produktpirateriebericht 2017 bekannt. Insgesamt wurden 245.712 Plagiate im Originalwert von 13,7 Millionen Euro vom österreichischen Zoll konfisziert. Was das für die österreichische Wirtschaft bedeutet, kann man sich leicht ausrechnen. Die massive Marken- und Produktpiraterie schädigt Händler, Hersteller und darüber hinaus Wettbewerbsfähigkeit, Handel und Investitionen, so der Staatssekretär im Finanzministerium, Hubert Fuchs.

Immenser Schaden für die österreichische Wirtschaft

Gefälschte Produkte verursachen in Österreich direkte und indirekte Umsatzeinbußen und Arbeitsplatzverluste. Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) hat in einer Studie verschiedene Branchen wie Taschen und Koffer, Schmuck und Uhren, Bekleidung und Schuhe aber auch Arzneimittel, Pestizide und Spirituosen untersucht und die individuellen Umsatzeinbußen in Prozent sowie die Einnahmeverluste in Euros beziffert.

Zu überdurchschnittlich hohen Umsatzeinbußen kommt es in Österreich bei Taschen und Koffern: 17,9 % im Vergleich zum EU-Durchschnittswert von 12,7 %. Die Einnahmeverluste sind bei Bekleidung und Schuhwaren mit Abstand am höchsten: 632 Millionen Euro verliert Österreich hier an dreiste Produktfälscher. Auf Platz 2 bei den Einnahmeverlusten liegen Arzneimittel: 109 Mio. Euro gehen hier insgesamt verloren.

Rekordwert bei medizinischen Produktfälschungen

Betrachtet man die Anzahl der Fälle, liegen gefälschte Medikamente allerdings auf Platz 1. Noch nie wurden in Österreich so viele Arzneimittelplagiate aus dem Verkehr gezogen wie in 2017: Insgesamt waren es 54.895 gefälschte Medikament im Wert von 1,1 Millionen Euro. Das bedeutet nicht nur für die Hersteller aus der Pharmabranche herbe Verluste. Viel dramatischer sind die gesundheitlichen Risiken für die Patienten. Viele der gefälschten Medikamente enthalten falsche Dosierungen oder andere Wirkstoffe, als auf der Verpackung angegeben. Im schlimmsten Fall führen solche Fake-Medikamente zum Tod der Patienten.

gefälschte Arzneimittel, Medizin

Hauptverantwortlicher für diese Flut an geschmuggelten Medikamenten ist Indien. Rekordverdächtige 54.609 Stück (über 99 %) stammen aus dem Land der Gegensätze. Durch die massive Medikamentenfälschung ist Indien nun auch Vorreiter bei der Anzahl aller in Österreich registrierten Fälle. Mit 60,9 % wurde sogar China überholt.

Online bestellt, per Post geliefert

In 90 % aller Fälle werden die gefälschten Markenprodukte über das Internet bestellt und dann per Post versendet. Damit diese Masche funktioniert, betreiben die Betrüger zusätzlich viel Aufwand bei der Fälschung von Onlineshops. Hier wird Seriosität vorgegaukelt und der Konsument soll mit allen Mitteln getäuscht werden. Insbesondere bei Medikamentenfälschungen wird gerne eine Lieferung aus Deutschland angegeben, um den wahren Herkunftsort zu verschleiern. Dazu griffen rund 43 % der Arzneimittelfälscher auf so genannte „Fulfillment Center“ zurück.

EBRAND kämpft für Österreich

Angesichts dieser neu veröffentlichten, wirklich alarmierenden Zahlen, wird eine systematische Bekämpfung von Produktpiraten immer wichtiger. Als Markenhersteller mit Sitz in Österreich oder Deutschland könnte auch Ihr Markenprodukt bereits von dreisten Betrügern kopiert werden und so Verbraucher und Wirtschaft bedrohen. Finden Sie das heraus und sagen Sie diesen Betrügern den Kampf an. Wir von EBRAND helfen Ihnen dabei und schützen so Ihre Marke, Ihr Unternehmen und Ihre Kunden.

Lutz Berneke
Group CEO bei EBRAND Services S.A.
Lutz Berneke ist Group CEO der EBRAND Services Unternehmensgruppe, mit Hauptsitz in Luxemburg.