IBM und Seagate nutzen Blockchain im Kampf gegen Produktpiraterie

Von 27. November 2018Produktpiraterie

Produktfälschungen nehmen trotz rigoroser Maßnahmen seitens der Markenhersteller und der Onlineriesen Alibaba, Ebay oder Amazon weiter zu. Dabei gibt es kaum noch ein Produkt, das vor Fälschungen sicher ist – das gilt auch für elektronische Produkte wie z.B. Festplatten. Das US-amerikanische IT- und Beratungsunternehmen IBM (International Business Machines Corporation) und der weltweit führende Festplattenhersteller Seagate aus Dublin haben jüngst bedenkliche Zahlen veröffentlicht: Mittlerweile soll der weltweite Handel mit gefälschten elektronischen Produkten einen Wert von mehr als 1,7 Billionen US-Dollar erreicht haben. Grund genug für die beiden milliardenschweren Unternehmen, die Produktpiraterie von Hardware konsequent zu bekämpfen.

Mit Blockchain gegen Produktpiraterie vorgehen

Zur Identifikation von gefälschten Festplatten wollen IBM und Seagate eine Blockchain-basierte Lösung einsetzen. Bei dieser Technologie wird eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen, genannt „Blöcke“, mittels kryptographischer Verfahren miteinander verkettet. Die Blöcke erhalten dabei einen kryptographisch sicheren Hash (Streuwert) des vorhergehenden Blocks sowie einen Zeitstempel und spezifische Transaktionsdaten.

Zur automatischen Echtheitsüberprüfung von Festplatten kombinieren IBM und Seagate die Blockchain-Technologie von IBM mit der elektronischen Produkt-ID „Seagate Secure“ des irischen Festplattenunternehmens. So erhält jede Festplatte am Ende des Fertigungsprozesses ihre spezifische ID und kann über die gesamte Lieferkette hinweg klar identifiziert und nachverfolgt werden. Im Umkehrschluss sind Festplatten von Seagate ohne eigene Produkt-ID aller Wahrscheinlichkeit nach Fälschungen.

Doppelt hält besser: Zweischichtiges Sicherheitskonzept

Als zusätzliches Sicherheits-Feature bei den Datenträgern dient die Certified-Erase-Technologie von Seagate. Sie ermöglicht ein Compliance-konformes Löschen von Datenträgern, wobei der sichere Löschvorgang mit einem Zertifikat in der Blockchain vermerkt wird. Anders gesagt wird durch Certified Erase der Beweis, dass die Festplatte gelöscht wurde, in der Blockchain gespeichert. In Verbindung mit der Blockchain-basierten Software für die Hardware-Lieferkette entsteht so ein doppeltes Sicherheitskonzept, das kaum noch Raum für betrügerischen Missbrauch lässt.

OEM-Kunden und Geschäftspartner können mit der innovativen Softwarelösung von IBM und Seagate in Zukunft auf einfache Art und Weise die Authentizität ihrer Festplatten überprüfen. Zudem können sie sicherstellen, dass sie ihre Festplatten so gelöscht haben, wie es die globalen Datenschutzgesetze vorschreiben.

Für Seagate selbst bedeutet das neue Sicherheitskonzept nicht nur einen Vertrauensvorschuss bei seinen Kunden sondern auch eine Reduzierung der Garantiekosten. Denn oftmals müssen Unternehmen nicht nur für Originalprodukte sondern auch für Fälschungen Garantie leisten, weil es kaum möglich ist, die Fälschung und das Original zu unterscheiden. Das älteste und größte Unternehmen der unabhängigen Festplattenhersteller hat damit eine doppelt sinnvolle Investition getätigt.

Technologie bietet weitere Einsatzmöglichkeiten

Mit Blockchain kann nicht nur bei Datenträgern für mehr Sicherheit und Transparenz in der Lieferkette gesorgt werden. Die innovative Lösung eignet sich auch für andere Produkte und Branchen. Überall da, wo die nahtlose Nachverfolgbarkeit von Waren sichergestellt werden soll, lässt sich die Technologie gewinnbringend einsetzen – z.B. in der Logistik. Konkrete Pläne, ob die Software für andere Produkte außer Festplatten eingesetzt werden soll, hat der Festplattenhersteller Seagate jedoch noch nicht bekannt gemacht.

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Lutz Berneke
Group CEO bei EBRAND Services S.A.
Lutz Berneke ist Group CEO der EBRAND Services Unternehmensgruppe, mit Hauptsitz in Luxemburg.